Klopps verblassendes Imperium: Die wahre Fäulnis hinter Liverpools Absturz

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📅 24. März 2026⏱️ 4 Min. Lesezeit
Veröffentlicht 2026-03-24 · Was steckt hinter Liverpools Rückgang seit der letzten Saison? · Aktualisiert 2026-03-24

Erinnern Sie sich an die letzte Saison? Liverpool, auf der Jagd nach einem Quadruple, schien unaufhaltsam. Sie spielten 63 Spiele, gewannen zwei nationale Pokale und forderten Manchester City bis zum Schluss um den Premier League Titel heraus, den sie mit 92 Punkten beendeten. Nur ein Jahr später, nach einer brutalen 2:1-Niederlage im FA Cup gegen Brighton – dasselbe Brighton-Team, das sie wenige Wochen zuvor in der Liga mit 3:0 geschlagen hatte – fühlt sich dieses Team wie ein Geist an. Was zum Teufel ist passiert?

Schlüsselanalyse

Es ist leicht, mit dem Finger auf Verletzungen oder Pech zu zeigen. Aber die Fäulnis reicht tiefer als ein paar gezerrte Oberschenkelmuskeln. Es geht nicht nur darum, dass Virgil van Dijk eine Weile ausfällt; es geht um einen kollektiven Rückgang, der ein grundlegendes Problem mit der Art und Weise, wie dieses Team derzeit aufgebaut und geführt wird, nahelegt. Sie liegen mit 29 Punkten auf dem neunten Platz der Premier League Tabelle, ganze 21 Punkte hinter Tabellenführer Arsenal nach 19 Spielen. Das ist kein Ausrutscher; das ist ein Zusammenbruch.

**Dem Mittelfeld fehlt der Mojo**

Aufschlüsselung

Das größte Problem, bei weitem, ist das Mittelfeld. Jahrelang war Liverpools Motorraum – Fabinho, Jordan Henderson und Thiago Alcântara – das Herzstück. Sie pressten unermüdlich, gewannen zweite Bälle und schirmten die Abwehr ab. Jetzt? Sie sehen alt, langsam und völlig verloren aus. Fabinho, einst der beste defensive Mittelfeldspieler Englands, ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Er wurde in dieser Saison öfter ausgedribbelt und seine Erfolgsquote bei Tackles ist weit unter seinem Höhepunkt. Henderson, Gott hab ihn selig, kann nicht mehr so viel Boden abdecken wie früher. Thiago hat immer noch Momente der Brillanz mit seinen Pässen, aber er ist defensiv kein Ein-Mann-Zerstörer, und er war wieder verletzt. Die Tatsache, dass Naby Keïta und Alex Oxlade-Chamberlain im Jahr 2023 immer noch bedeutsame Spielminuten bekommen, sagt alles über den Mangel an echten Verstärkungen. Sie haben nur 34 Ligatore erzielt, weniger als Manchester United (38) und Brighton (37). Das ist kein Angriff eines Champions.

Und es geht nicht nur um die individuelle Form; es geht um das System. Jürgen Klopps "Heavy Metal Football" erfordert unglaubliche Energie. Wenn das Mittelfeld nicht hoch pressen und den Ball schnell zurückgewinnen kann, ist die gesamte Abwehrstruktur entblößt. Trent Alexander-Arnold, dessen defensive Schwächen immer durch die Intensität vor ihm kaschiert wurden, wird jetzt routinemäßig auf einer Insel allein gelassen. Brightons Flügelspieler haben ihn schwindelig gespielt. Ganz ehrlich: Das Versäumnis des Vereins, im letzten Sommer ernsthaft in einen erstklassigen zentralen Mittelfeldspieler zu investieren, abgesehen von der Notlösung Arthur Melo, war grenzwertig kriminell. Sie wussten, dass dies kommen würde.

Was das bedeutet

**Die stumpfe Kante des Angriffs**

Dann ist da der Angriff. Der Verlust von Sadio Mané würde immer schmerzen, aber die anschließenden Verletzungen von Diogo Jota und Luis Díaz waren verheerend. Mohamed Salah, trotz einiger Glanzmomente, erreicht diese lächerlichen 20-30 Tore in der Liga nicht konstant. Darwin Núñez bietet rohe Kraft und Chaos, aber sein Abschluss ist immer noch unberechenbar. Er hat 5 Ligatore, was in Ordnung ist, aber für eine Rekordverpflichtung braucht man mehr Kaltschnäuzigkeit. Gegen Brighton hatten sie 9 Schüsse, davon nur 3 aufs Tor. Das ist einfach nicht gut genug für ein Team, das um irgendetwas kämpfen will.

Ausblick

Die Sache ist die, das ist kein Ausrutscher. Das ist der natürliche Lebenszyklus eines großartigen Teams. Sie haben so lange die Grenzen ausgereizt, so viele hochintensive Spiele gespielt, dass der Verschleiß sie irgendwann einholen musste. Klopp muss diesen Sommer einige brutale Entscheidungen treffen, denn sich auf Sentimentalität und vergangene Erfolge zu verlassen, wird nicht ausreichen. Er muss neu aufbauen, und zwar schnell.

Meine kühne Vorhersage? Liverpool wird diese Saison außerhalb der Top Sechs landen, und die Rufe nach großen Veränderungen, nicht nur Spielertransfers, werden ohrenbetäubend werden.