Warum der Afrika-Cup mehr Respekt von europäischen Medien verdient
Veröffentlicht am 2026-03-17
Die Premier League, La Liga, Serie A – sie alle leiden unter ihrer abfälligen Haltung gegenüber dem Afrika-Cup. Alle zwei Jahre, wie ein Uhrwerk, beklagen europäische Medien und Experten die gleiche alte Leier über die Verfügbarkeit von Spielern, die Unterbrechung mitten in der Saison und die angebliche Unannehmlichkeit des Ganzen. Es ist keine Unannehmlichkeit; es ist eine Meisterschaft, und sie verdient die gleiche Ehrfurcht wie die Europameisterschaft oder die Copa América.
Man betrachte den Talentabfluss. Mohamed Salah, Victor Osimhen, Sadio Mané – das sind keine Randspieler. Sie sind die pulsierenden Herzen ihrer jeweiligen Vereinsmannschaften, oft führende Torschützen und Assistkönige. Ihre Teilnahme am AFCON als Problem für Liverpool oder Napoli darzustellen, anstatt als Beweis ihres Nationalstolzes und als Feier des afrikanischen Fußballs, bedeutet, die globale Anziehungskraft des Sports grundlegend misszuverstehen.
Der doppelte Standard ist offensichtlich
Man stelle sich den Aufruhr vor, wenn die Europameisterschaft als "Störung" der Vereinssaison abgetan würde. Allein die Vorstellung ist lächerlich. Doch wenn der AFCON ansteht, verschiebt sich die Erzählung zu einer der Unannehmlichkeiten. Hier geht es nicht nur um die Terminplanung; es geht um eine tief verwurzelte, oft unbewusste Voreingenommenheit, die den Fußball außerhalb der traditionellen europäischen Hochburgen unterbewertet.
Die gezeigte Qualität ist unbestreitbar. Beim Turnier 2021 besiegte der Senegal, angeführt von Mané, Salahs Ägypten in einem spannenden Finale. Dasselbe Turnier bot Überraschungen, taktische Schlachten und individuelle Brillanz, die jedem großen internationalen Wettbewerb zur Ehre gereichen würden. Algeriens 1:0-Sieg über den Senegal im Finale 2019 war eine Meisterklasse in disziplinierter Verteidigung und opportunistischem Angriff.
Mehr als nur ein Turnier
Der AFCON ist mehr als nur 90 Minuten; er ist ein kulturelles Phänomen. Er vereint Nationen, entfacht Leidenschaften und bietet Spielern eine Plattform, um zu Nationalhelden zu werden. Für viele auf dem Kontinent ist er der Höhepunkt sportlicher Errungenschaften. Ihn auf ein bloßes Hindernis für europäische Vereine zu reduzieren, ist nicht nur respektlos; es ist kurzsichtig.
Reden wir über Zahlen. Das AFCON-Finale 2021 zwischen Senegal und Ägypten zog ein globales Publikum von über 100 Millionen Zuschauern an. Das ist eine Zahl, die mit vielen großen Sportereignissen mithalten kann, doch wie oft sieht man eine umfassende Berichterstattung und aufschlussreiche Analysen in der europäischen Mainstream-Presse, abgesehen von den unmittelbaren Auswirkungen auf die Kader der Premier League?
Darüber hinaus ist die wirtschaftliche Auswirkung für die Gastgeberländer erheblich, da sie den Tourismus und die Infrastruktur ankurbelt. Die Elfenbeinküste, Gastgeber des bevorstehenden Turniers 2023, hat stark investiert und Stadien wie das Alassane Ouattara Stadium, ein 60.000 Zuschauer fassendes Wunderwerk, gebaut und renoviert. Dies ist kein Hinterwäldler-Wettbewerb; es ist ein großartiges Spektakel.
Ein Aufruf zum Respekt
Es ist an der Zeit, dass die europäischen Medien ihren Diskurs anheben. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, wer im Vereinsdienst fehlt, sollten sie das unglaubliche Talent, die glühende Unterstützung und die reiche Geschichte des Afrika-Cups feiern. Anerkennen Sie die taktische Entwicklung, das Aufkommen neuer Stars und die schiere Freude, die er Millionen bereitet.
Hot Take: Solange die großen europäischen Ligen sich nicht zu einem globalen Fußballkalender verpflichten, der internationale Turniere wie den AFCON wirklich respektiert, anstatt sie als lästigen Nebengedanken zu behandeln, werden sie weiterhin eine koloniale Denkweise aufrechterhalten, die letztendlich den universellen Geist des schönen Spiels schädigt.
